Wie hoch darf ein Zaun sein NRW: So hoch darf Ihr Zaun in NRW wirklich sein (und das passiert, wenn Sie höher bauen)
Inhaltsverzeichnis
Sie planen einen neuen Zaun in Nordrhein-Westfalen und fragen sich: Wie hoch darf mein Zaun eigentlich sein? Die Antwort ist leider nicht mit einer einzigen Zahl erledigt – denn in NRW greifen gleich drei Regelwerke ineinander: die Landesbauordnung (BauO NRW), das Nachbarrechtsgesetz (NachbG NRW) und der Bebauungsplan Ihrer Gemeinde.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Höhen wo erlaubt sind, wann Sie eine Baugenehmigung brauchen und was passiert, wenn Sie zu hoch bauen – inklusive konkreter Zahlen, Tabellen und Praxis-Tipps speziell für NRW.
Das Wichtigste in Kürze
- ✓ Bis 2,00 m sind Einfriedungen in NRW grundsätzlich genehmigungsfrei (§ 62 BauO NRW)
- ✓ 1,20 m ist die Standardhöhe bei Uneinigkeit zwischen Nachbarn (NachbG NRW)
- ✓ Bebauungsplan schlägt alles: Ihre Gemeinde kann strengere Höhen vorschreiben – unbedingt prüfen
- ✓ Sichtschutz: Blickdichte Zäune werden strenger bewertet als offene – oft max. 1,80 m zur Nachbargrenze
- ✓ Grenzabstand: Mindestens 50 cm zur Grundstücksgrenze, wenn der Zaun auf dem eigenen Grundstück steht
Die drei Regelwerke, die Sie kennen müssen
In NRW bestimmen drei Rechtsquellen gemeinsam, wie hoch Ihr Zaun sein darf. Und sie können sich gegenseitig einschränken:
| Regelwerk | Was es regelt | Kernaussage zur Höhe |
|---|---|---|
| BauO NRW § 62 | Baugenehmigungspflicht | Einfriedungen bis 2,00 m = genehmigungsfrei |
| NachbG NRW §§ 32–49 | Nachbarrechte, Kostenteilung, Ortsüblichkeit | Standardhöhe bei Streit: 1,20 m |
| Bebauungsplan (B-Plan) | Gemeindespezifische Vorgaben | Kann alles weiter einschränken (oft 80–180 cm) |
⚠️ Wichtig: „Genehmigungsfrei" heißt nicht „regelungsfrei"
Nur weil Sie für einen Zaun unter 2,00 m keine Baugenehmigung brauchen, heißt das nicht, dass Sie bauen können, was Sie wollen. Der Bebauungsplan und das Nachbarrecht gelten trotzdem – und die können deutlich strengere Höhen vorschreiben.
Erlaubte Zaunhöhe in NRW: Die konkreten Zahlen
Die folgende Tabelle zeigt die typischen erlaubten Höhen je nach Standort des Zauns – immer unter dem Vorbehalt, dass Ihr Bebauungsplan andere Werte festlegen kann:
| Standort | Typische Höhe ohne Genehmigung | Hinweis |
|---|---|---|
| Vorgarten / Straßenseite | 80–120 cm | Oft durch B-Plan begrenzt, offen gestaltet |
| Seitliche Nachbargrenze | 120–180 cm | Ortsüblichkeit entscheidend |
| Rückwärtige Grundstücksgrenze | 150–200 cm | Weniger streng als Straßenseite |
| Sichtschutzzaun (blickdicht) | max. 180 cm | Strenger bewertet als offene Zäune |
| Grenzzaun (auf der Grenze) | 120 cm (bei Streit) | Nur mit Nachbar-Zustimmung höher |
| Zaun auf eigenem Grundstück | bis 200 cm | 50 cm Abstand zur Grenze einhalten |
Hinweis: Dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung. Im Zweifel immer beim Bauamt Ihrer Gemeinde oder einem Fachanwalt nachfragen.
Besondere Regeln für Sichtschutzzäune
Blickdichte Zäune – egal ob durch Sichtschutzstreifen, Holzlamellen oder WPC-Füllung – werden in vielen NRW-Gemeinden strenger bewertet als offene Zaunelemente aus Metall. Ein offener Doppelstabmattenzaun mit 1,80 m ist in der Regel unproblematisch; der gleiche Zaun mit eingeflochtenen Sichtschutzstreifen kann genehmigungspflichtig werden.
Der Grund: Ein blickdichter Zaun beeinträchtigt das Nachbargrundstück stärker – durch Verschattung, eingeschränkte Belichtung und das Gefühl des „Eingemauertseins". Gerade in Reihenhaussiedlungen, wo die Grundstücke eng beieinander liegen, gelten besondere Regeln für den Zaun zwischen Reihenhäusern in NRW.
💡 Praxis-Tipp
Wer Sichtschutz will, ohne Probleme zu riskieren, wählt einen offenen Doppelstabmattenzaun in der erlaubten Höhe und ergänzt ihn mit Kletterpflanzen. Das natürliche Grün gilt als „lebende Einfriedung" und unterliegt anderen (oft großzügigeren) Vorschriften.

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Zum Sortiment →Was das Nachbarrecht NRW über Zäune sagt
Das Nachbarrechtsgesetz NRW (§§ 32–49) regelt die zivilrechtliche Seite – also alles, was zwischen Ihnen und Ihrem Nachbarn gilt:
- Einfriedungspflicht: Jeder Grundstückseigentümer in NRW kann vom Nachbarn die Errichtung einer ortsüblichen Einfriedung verlangen – der andere muss mitmachen.
- Kostenteilung: Steht der Zaun auf der gemeinsamen Grundstücksgrenze, teilen sich beide Nachbarn die Kosten 50/50 – aber nur bis zu einer ortsüblichen Höhe von max. 1,20 m bei Streit.
- Ortsüblichkeit: Der Zaun muss sich an dem orientieren, was in der Nachbarschaft üblich ist – in Material, Höhe und Stil. Ein 2-m-Betonwall in einer Siedlung mit 1,20-m-Maschendrahtzäunen ist nicht ortsüblich.
- Sichtschutz-Zusatz: Wenn ein gemeinsamer Zaun steht und Sie nachträglich Sichtschutzelemente anbringen wollen, brauchen Sie die Zustimmung des Nachbarn – auch wenn der Zaun auf Ihrem Grundstück steht.
Was passiert, wenn Sie zu hoch bauen?
Ein Zaun, der die erlaubte Höhe überschreitet oder gegen den Bebauungsplan verstößt, kann ernste Konsequenzen haben:
- Rückbauverfügung: Das Bauamt kann Sie auffordern, den Zaun auf die erlaubte Höhe zurückzubauen – auf Ihre Kosten.
- Bußgelder: Bei Verstößen gegen die Bauordnung drohen Bußgelder – in NRW je nach Schwere bis zu mehreren tausend Euro.
- Nachbarklage: Ihr Nachbar kann zivilrechtlich gegen den Zaun vorgehen. In NRW muss vor einer Klage allerdings ein obligatorisches Schlichtungsverfahren durchlaufen werden (§ 10 GüSchlG NRW, Kosten: ca. 50–100 €).
- Dauerhafter Nachbarschaftsstreit: Zaunstreitigkeiten gehören zu den häufigsten Konflikten in NRW – und sie vergiften das nachbarschaftliche Verhältnis oft über Jahre.
Checkliste: So bauen Sie Ihren Zaun in NRW rechtssicher
- 1Bebauungsplan prüfen: Viele NRW-Gemeinden stellen ihre B-Pläne online bereit. Suchen Sie nach „Einfriedung", „Vorgarten" oder „gestalterische Festsetzungen".
- 2Bauamt anrufen: Ein kurzer Anruf klärt, welche Höhe an Ihrem konkreten Standort erlaubt ist – das dauert fünf Minuten und kann Tausende Euro sparen.
- 3Nachbarn informieren: Sprechen Sie vor dem Bau mit Ihrem Nachbarn über Ihre Pläne. Holen Sie bei Grenzzäunen eine schriftliche Zustimmung ein.
- 4Grenzabstand einhalten: Mindestens 50 cm zur Grundstücksgrenze, wenn Sie auf Ihrem eigenen Grundstück bauen.
- 5Ortsüblichkeit beachten: Schauen Sie sich die Zäune in Ihrer Straße an. Wenn alle 1,20 m hohe Metallzäune haben, wird ein 2-m-Sichtschutzzaun Probleme machen.
- 6Zaun richtig planen: Die passende Höhe für Ihren Standort lässt sich im Doppelstabmattenzaun-Konfigurator direkt konfigurieren – von 83 bis 203 cm.
Fazit: Erst prüfen, dann bauen – dann steht der Zaun sicher
Die erlaubte Zaunhöhe in NRW hängt von drei Faktoren ab: BauO NRW (max. 2,00 m genehmigungsfrei), Nachbarrechtsgesetz (ortsübliche Höhe, bei Streit 1,20 m) und Bebauungsplan Ihrer Gemeinde (oft die strengste Vorgabe). In den meisten Wohngebieten landen Sie bei einer erlaubten Höhe von 120–180 cm an der Nachbargrenze.
Der sicherste Weg: B-Plan lesen, Bauamt anrufen, Nachbar informieren. Dann steht Ihr Zaun rechtssicher und ohne Streit. Bei zaunGIGANT – Ihrem Zaunbau-Experten in Gütersloh und ganz OWL – bekommen Sie persönliche Beratung und fachgerechte Montage inklusive Beratung zu den rechtlichen Vorgaben vor Ort. Holen Sie sich Ihr kostenloses Angebot.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich für einen 2 m hohen Zaun in NRW eine Baugenehmigung?
Nach der BauO NRW (§ 62) sind Einfriedungen bis 2,00 m grundsätzlich genehmigungsfrei. Allerdings kann Ihr Bebauungsplan eine niedrigere Höhe vorschreiben – in vielen Wohngebieten sind es 1,20–1,80 m. Ohne B-Plan-Check sollten Sie keinen 2-m-Zaun bauen.
Kann mein Nachbar mich zwingen, einen Zaun zu bauen?
Ja – in NRW besteht eine Einfriedungspflicht auf Verlangen. Ihr Nachbar kann die Errichtung einer ortsüblichen Einfriedung fordern, und Sie müssen sich an den Kosten beteiligen (50/50). Bei Uneinigkeit über die Art gilt eine Standardhöhe von 1,20 m.
Wie weit muss mein Zaun von der Grundstücksgrenze entfernt sein?
Wenn Sie den Zaun auf Ihrem eigenen Grundstück errichten, sollten Sie mindestens 50 cm Abstand zur Grundstücksgrenze einhalten. Steht der Zaun direkt auf der Grenze, brauchen Sie die Zustimmung des Nachbarn und teilen sich die Kosten.
Darf ich nachträglich Sichtschutz an meinem Zaun anbringen?
Grundsätzlich ja – aber ein blickdichter Zaun wird baurechtlich strenger bewertet als ein offener. Wenn der Zaun an der Nachbargrenze steht, brauchen Sie für den Sichtschutz-Zusatz die Zustimmung Ihres Nachbarn. Prüfen Sie vorher auch den B-Plan.
Wer bezahlt den Zaun zwischen zwei Grundstücken?
Steht der Zaun auf der gemeinsamen Grundstücksgrenze und wird auf Verlangen errichtet, teilen sich beide Nachbarn die Kosten zu gleichen Teilen. Das gilt auch für die Unterhaltung (z. B. Streichen, Reparatur). Baut ein Nachbar den Zaun freiwillig auf seinem eigenen Grundstück, trägt er die Kosten allein.
Was ist „ortsüblich" in NRW?
„Ortsüblich" bedeutet, dass sich der Zaun in Höhe, Material und Stil an dem orientiert, was in Ihrer direkten Nachbarschaft mehrheitlich vorhanden ist. In einer Siedlung mit 1,20-m-Metallzäunen ist ein 2-m-Holzsichtschutz nicht ortsüblich. In einem Neubaugebiet mit modernen Lamellenzäunen hingegen kann auch ein 1,80-m-Zaun ortsüblich sein.
